Mega Event in der Arena "AufSchalke"


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PUR klassisch 2004

PUR klassisch 2004 war mit Sicherheit eines der größten und damit aufwändigsten Events des Jahres 2004. Unterstützt vom 40 Personen umfassenden German Pops Orchestra wurde in der Arena "AufSchalke" vielleicht sogar eine der größten Shows der deutschen Rockgeschichte zelebriert.

Patrick Eckerlin, FoH-Engineer der erfolgreichen Band PUR, berichtet ausführlich über die technischen Hintergründe der Mega-Produktion:

PA

Das gesamte PA Equipment wurde von der Firma Sirius Showequipment gestellt. Die erfahrenen Systemengineers Frank Müller und Bob Boländer beschallten die begeisterte Menge von der Mittelbühne aus mit 8 x 12 JBL Vertec VT 4889, 8 x 6 Vertec VT 4887 und 8 x 4 Vertec VT 4880 Subs.Geräte von XTA dienten als System-Controller, was soviel heißt, dass sie gleichzeitig als Frequenzweiche, Delay, Lautsprecherschutz und Equalizer fungierten und somit sozusagen das Herz der PA darstellten.

FOH und Monitoring

Erstmals wurde auch für das Monitoring Yamahas High-End-Mischpult PM1D eingesetzt, was einmal mehr die Flexibilität dieser großartigen digitalen Steuereinheit mit analoger Bedienoberfläche und ebenso analogem Sound unterstreicht. Da über die Monitorkonsole sowohl die ganze Band als auch einzelne Mixe des Orchesters verarbeitet werden mussten, war das PM1D mit seinen 80 Inputkanälen und 30 Ausspielwegen für den erfahrenen Monitor-Engineer Dirk Happel allererste Wahl. Auch FOH-seitig kamen wir nicht an Yamahas Schweizer Messer PM1D vorbei, welches hier als Mainmixer fungierte. Als Submixer wurde zudem ein Midas-H3000-Pult eingesetzt, welches ausschließlich für das Orchester zuständig war. Stefan A. Behrens, für das gesamte Monitoring des Orchesters zuständig, hatte zuvor auch diverse Mixe des Orchesters für die Band vorbereitet und einen detailreichen Gesamtmix erstellt, der als Summe ins FOH-PM1D geschickt wurde.

Für PURs festen FOH-Engineer Patrick Eckerlin ist das PM1D ohnehin allererste Wahl und seit vielen Jahren ein zuverlässiger Begleiter bei den großen Events der wohl erfolgreichsten Deutschrock-Band überhaupt. Das im Vergleich zu großen Livekonsolen eher kompakte, und nicht einmal sehr schwere Pult war problemlos in der Lage, alle Kanäle der Band zu verwalten und zudem die Orchester-Summe in einzelne Szenen zu integrieren. Über die flexiblen, von den PM1D-Konsolen zur Verfügung gestellten Matrizen konnte nicht nur die Signalverteilung für die PA, sondern auch das Vorprogramm (über beide Pulte, FOH und Monitor) gefahren werden.

Peripherie

Aufgrund der reichhaltigen Ausstattung des PM1Ds mit seinen zahlreichen Effekten und Dynamics befand sich am FOH-Platz neben dem Digitalmischer ein Minimum der sonst üblichen Peripherie. Hierzu gehörten neben einem DAT-Recorder für das eigene Recording und einem CD-Player ein MindPrint DTC mit AES-EBU-Karte, der für die Kompression der Gesanges verwendet wurde, und ein in den DTC insertierter BSS-404-Kompressor/De-esser, bei dem lediglich der De-esser zum Zuge kam. Zudem wurde ein API 7600 Input Strip für eines der Gastmikros verwendet.

Bühne

Auf der Bühne wurde ausschließlich auf die bewährten Mikrofon-Klassiker der Firma Shure zurückgegriffen. Die Lead-Vocals wurden mit dem Beta 58 abgenommen. Die Drums erhielten das Beta 52 für die Kick, zwei SM57 für beide Snares, die Kondenser-Mics SM81 für beide HiHats, die KSM 32 für die Overheads und Beta 98er-Mics für die Toms. Die Verstärker der E-Gitarren wurden mit dem KSM 32 und mit dem Beta 57 mikrofoniert. Die Shure-In-Ear-Monitoring PSM 600 Systeme wurden durch 8 LE 700 Monitore unterstützt.
Von der Bühne wurden die Signale per Connex-Splitter zum FOH-Pult, aus zwei gepufferten Outputs zum Monitormixer sowie zusätzlich auf einen Ü-Wagen geroutet. Insgesamt wurden über 120 Inputs verwaltet.

Materialschlacht

Alles in allem war für die Show ein enormer Materialaufwand vonnöten. Drei Tage lang jeden Tag eine ausverkaufte Arena "AufSchalke" – das heißt zu deutsch: ca. 200.000 Zuschauer haben das Mega-Event gesehen und gehört. Um eine kleine Idee vom Aufwand für diese Show zu bekommen, nachfolgend ein paar zusammengefasste Eckdaten.

Crew:
ca. 50 feste Mitarbeiter zum Event
50 weiter Helfer speziell zum Event
60 Musiker: PUR, das German Pops Orchestra und Gäste
10 Trucks für Technik
2 Gelenksteiger bis 30 Meter

Catering:
Von Aufbau bis Ende der Produktion werden ca. 2000 Essen ausgegeben

Hotel:
Für ca. 160 Personen während der Produktion werden bis zu 1000 Übernachtungen organisiert

Rigging
Länge aller Traversen: 500 m
Gewicht der ins Dach gehängten Anlage: 30 Tonnen

Bühne
Fläche: 400 qm
Höhe 150 cm – 270cm
Treppen: 10 Stück

Lichtanlage
Bewegliche Scheinwerfer: 156 Stück
Konventionelle Scheinwerfer: 100 Stück

Tonanlage
Gesamtleistung: 320.000 Watt
Anzahl der Boxen: 174 Stück

Summen
Leistungsaufnahme: 1.160.000 Watt
Strombedarf: 5.060 Ampere
Kabellänge: 15 km